| Hinflug | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | Rückflug |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 20.02. HAM - HBE Pegasus | Alexandria 20.02. - 25.02. | El Alamein 25.02. | Kairo 27.02. - 04.03. | 04.03. CAI - HAM Eurowings | ||
| 16.03. HAM - NCE Eurowings | Antibes 16.03. - 21.03. | 21.03. NCE - SOF Wizzair | Sofia 21.3. - 24.03. | 24.03. SOF -HAM Wizzair | ||
| 13.04. HAM - ATH Aegean | Athen 13.04. - 18.04. | 18.04. ATH - NAP Easyjet | 18.04. NAP - PMO Volotea | Palermo 18.04. - 22.04. | 22.04. PMO - BER | |
| 06.05. HAM - CHQ Eurowings | Chania 06.05. - 08.05. | Hersonysoss 08.05. - 13.05. | Heraklion 14.05. | 15.05. HER - RHO Aegean | Rhodos 15.05. - |
Tirana 02.02. - 05.02.2026
CANCELED
Tja, Mutter einige Stunden vor dem Abflug ins Krankenhaus gekommen. Dann muss man halt verzichten.
Agadir - Essaouira - Safi - Agadir 05.01. - 21.01.2026
Agadir 13.01. - 21.01.
19.01.
Morgen letzter Tag. Schade einerseits, da die jetzige Unterkunft besonders ansprechend ist, andererseits habe ich nachts trotz langer Unterhose und dickem Pullover - den wertvollsten Reiseutensilien - draußen häufig erbärmlich gefroren, besonders in Essaouira. Die kalte Luft ist feucht und nicht angenehm, teilweise Windböen dazu, so dass ich Abends häufig nur zum Essen rausgegangen bin. Im letzten Jahr war es wärmer. Von Agadir kenne ich nun alles und komme ohne Navigation zurecht. Dennoch: Auch dieses Mal habe ich wieder die Simcard von Inwi benutzt, 11 GB für weniger als 5 Euro, denn das WLAN ist stellenweise weiterhin schwach. Das ist deutlich günstiger als die Preise von Vodafone und Orange am Flughafen, die man - wenn möglich - nicht wahrnehmen sollte, da man dort für 20 Euro nicht mehr oder sogar weniger bekommt. (Vorteil allerdings: keine Registrierung). Zudem unterstütze ich lieber ein marokkanisches Unternehmen. Die Karte ist wie wohl alle anderen auch unbegrenzt gültig, nur das Guthaben verfällt nach 30 Tagen, beim ersten Mal muss der Pass vorgelegt werden, beim Aufladen nicht mehr.
Die Rekordserie im Passvorzeigen am Flughafen hält an, dieses Mal habe ich offensiv auch denen den Pass hingehalten, die ihn gar nicht sehen wollten. Man möchte schließlicfh ein vorbildlicher Reisender sein, was wohlwollend zur Kenntnis genommen wird.
Der Vorteil des ohne checked luggage - Reisen entfällt beim Rückflug, man muss wie gehabt zum Schalter der Airline und bekommt in diesem Fall (Easyjet) die Bordkarte dort ausgehändigt, einchecken muss man dennoch vorher online, damit man auf der Passagierliste steht. Andere Airlines wiederum verlangen einen ausgedruckten Boarding - Pass, auf den ein Stempel gehauen wird. Schönen Gruß an die voll digitalen Ryanair, gegen die in Spanien ein Verfahren wegen ihrer neuen digital only - Praxis anhängig ist. Die Begründung des umweltschonenden Papiersparens ist lächerlich, es dient nur dazu, Leute abzukassieren, die mit dem Smartphone nicht versiert umgehen können oder das Pech haben, dass es just im entscheidenden Moment versagt. Als umweltbewusst steht Ryanair ohnehin nicht an erster Stelle und wird es mit ein paar tausend eingesparten Blättern Papier auch nicht werden.
Besser ist auf jeden Fall, die ausgedruckte Bordkarte dabei zu haben, das vermeidet mögliche Unannehmlichkeiten.
Auch wenn es dieses Mal sehr schnell ging - weil ich aufgrund der nachfolgend beschriebenen negativ - Bewertungen viel zu früh am Flughafen war und es deswegen trotz voller Maschine kaum Wartezeit am Schalter gab - ist es ratsam, frühzeitig zu erscheinen. Auf eine Stunde mehr kommt es bei einer längeren Reise nicht an, und selbst dass ich über 2 Stunden auf den Abflug gewartet habe, spielt keine Rolle, es gibt einen lauschigen Außenterrassenbereich voll qualmender Menschen. Bewährt hat sich die inDrive App, dort gab es die Fahrt zum Flughafen für 8 Euro, während ein Taxi über 20 Euro kostet. Die Busfahrt kostet 5 Euro, der fährt aber nur einmal pro Stunde. (Rückfahrkarte 20 % billiger). Als Fortbewegungsmittel bieten sich auch die (zugelassenen) orangefarbenen Petit Taxis an, deren Preise deutlich niedriger sind als die der offiziellen Taxen.
Haarsträubend sind die Beurteilungen über den Flughafen Agadir auf Google auch aus jüngster Zeit, was ich nicht bestätigen kann. Hier sticht eben Ryanair besonders hervor, man munkelt von Korruption, weil die Schaltermenschen angeblich Bakschisch erhalten, wenn sie Reisenden wegen minimaler Überschreitung der zulässigen Gepäckmaße 60 Euro abknöpfen. Auch eine lahme Abfertigung wird bemängelt, habe ich nicht erlebt. Wie erwähnt, ich kann die negativen Reviews nicht bestätigen, aber vorgekommen ist es, wenn man den Kommentaren auf Google glauben kann.
Mapsme hat mit der Offline - Karte wieder einwandfrei funktioniert, die Ortung ist bei gut gelaunten Satelliten teilweise sogar auf den Meter genau. Das eben ist der Vorteil gegenüber Google Maps, wobei allerdings für Busfahrten erheblicher Verbesserungsbedarf besteht. Dort werden für 300 KM kühne Verbindungen anzeigt, die teilweise 2 Tage dauern. In der Hinsicht ist Google auch mit der Preisanangabe ausgesprochen zuverlässig - sofern eine Verbindung angezeigt wird, ansonsten gibt es noch Rome2Rio oder man geht für Überlandfahrten gleich auf die Seiten bzw. Apps von CTM und Supratours. Die Konditionen sind superkundenfreundlich, man kann bis kurz vor der Abfahrt kostenlos stornieren bzw. bis zu fünfmal kostenlos umbuchen (bei CTM 10 Dirham Aufpreis für die Option).
Sehr gut hat mir der Stadtteil Talborjt gefallen, man fühlt sich wie in einem eigenen Dorf. Dort gibt es an der Markthalle Restaurants, in denen nur die Einheimischen essen. Zu unschön, zu billig, Selbstbedienung, das kann nichts für den genusshungrigen Urlauber sein. Besonders delikat fand ich das Linsengericht mit Koriander. Gegenüber in Sichtweite zwei auch sehr gute Restaurants auf einem erhöhten Platz beim Sahara - Kino, wo man in sonniger Atmosphäre verweilen und ebenfalls hervorragend essen kann. Die sind optisch ansprechender und eher Anlaufstelle für Touristen. Macht ja nichts, das Essen war ebenfalls hervorragend. Die Markthalle selbst ist klein und nicht weiter erwähnenswert.
An der Tajine habe ich dann doch Gefallen gefunden, das lag an einem Restaurant in einer Seitenstraße Richtung Marina, in die sich wohl kein Tourist verirrt (außer mir). So köstlich, dass ich dort dreimal Tajine gegessen habe, wer hätte das gedacht. Dazu eine Boulangerie / Patisserie mit Terrasse und freundlichem Inhaber gegenüber, die keine Wünsche offen lässt, und das zum ungefähr halben Preis wie in der unbestrittenen Nummer 1, dem Cafe Fontaine, das sowohl im Parterre als auch im ersten Stock über schöne, sonnige Terrassen verfügt. Jedenfalls, so lange die Sonne scheint. Auch das L `Anice bietet allerbeste Qualität, beide nicht weit voneinander entfernt.
Das Angebot an Supermärkten ist mager, es gibt Uniprix, den kann man bis auf die Weinabteilung vergessen, ein Ramschladen mit viel Billigkleidung und allen Souvenirs, die es gibt, die Lebensmittelabteilung dürftig und unübersichtlich. Sehr gut sortiert ist Carrefour, wo man alles bis auf Schweineschinken (manchmal auch den) bekommt. Reichhaltiges Angebot, Gewürze können selbst abgefüllt werden, zum Wiegen von Obst und Gemüse muss man zum Wieger, der die Ware wiegt und etikettiert. Wie damals...
Abteilung Pizza: Richtig gute Pizza können die Marokkaner in der Regel nicht, oft ist der Teig zweitklassig und es fehlt erstaunlicherweise trotz Extrabitte immer an Tomatensauße, so dass der Lappen mehr einem überbackenem Käsebrot ähnelt. Ist aber genießbar. Die einzig wirklich gute Pizza habe ich in Casablnaca in einem Imbiss gefunden. Wahrscheinlich gibt es gute italienische Restaurants, aber Pizza kann ich überall und jederzeit essen.
Historisch interessant ist, dass es bereits 1912 fast zu einem Krieg zwischen Deutschland und der Entente gekommen wäre, bei dem es auch um Marokko ging. Insofern war der erste Weltkrieg kein plötzliches Ereignis sondern mündete in einer Zuspitzung lange vorher bestehender Spannungen. Hunderttausende haben bereits damals in ganz Europa dagegen demonstriert, auch englische und deutsche Gewerkschafter gemeinsam. Die bis dahin wohl größte Demo der Geschichte fand mit etwa 200.000 Teilnehmern im Berliner Treptower Park statt, kurioserweise dort, wo sich ein Symbol der deutsche Niederlage im zweiten Weltkrieg befindet, das sowjetische Ehrenmal mit tausenden von dort begrabenen Rotarmisten.
Erfolgreich erprobte Abwehrmaßnahmen gegen Schnorrerattacken:
"Woher kommst Du" ? Ne razbira (Bulgarisch, nix verstehen, bez frenski, bez angliiski = kein Französisch, kein Englisch, Dovizhdane - auf Wiedersehen). Wer aus Deutschland kommt, wird den labernden Klebstoff nur gegen Bezahlung oder mit grober Unhöflichkeit wieder los.
Zigarettenschnorrer: Volle Schachtel in der Innentasche, leere Schachtel zum bedauernden Zeigen in der Außentasche, bez tsigari. Leere Schachtel nach spätestens 2 Tagen so wertvoll wie eine Volle.
"Fischer" mit Alkoholfahne am Vormittag: 100 % kein Fischer. Sofort fragen, ob er etwas Kleingeld übrig hat oder vollquatschen, bis es ihm aus den Ohren kommt. Zeitsparend: Maßnahme 1.
Um Essen bettelnde Kinder: Kauf eines Brotes für 1 Dirham (10 Cent) oder etwas vom Abendessen anbieten. Wird in der Regel nicht angenommen, lieber Geld, aber wir sind ja keine Unmenschen. Schönes Wort.
Paradise Valley
Der Ausflug kann mit einer verkaufsfördernden Kaffeefahrt verglichen werden. Erster Halt an einem Laden mit Handwerkskunst und Kunsthandwerk, mühsam, den Verkäufer abzuschütteln. Zweiter Stopp bei einer Frauenkooperative, die Arganöl und daraus abgeleitete Produkte in Handarbeit herstellt. 4 Frauen (eine hatte einen gelben Schein vorgelegt, daher waren an dem Tag nur drei tätig) sollen 2 Tage benötigen, um einen Liter Arganöl herzustellen, der umgerechnet etwa 120 Euro kostet. Pech war, dass sich alle Mitreisenden bereits auf den Weg zurück zum Bus gemacht hatten und ich das einzig verbliebene Opfer war, dem die charmanten Damen den Kauf ihrer Produkte nahelegten. So nahe, dass eine etwas fülligere Verkäuferin den Weg zum Ausgang versperrte. Erst als sie feststellen mussten, dass bei mir nichts zu holen ist, ließen sie ab, verabschiedeten mich aber trotzdem freundlich. Der Honig aus Arganöl schmeckt außergewöhnlich gut.
Das Ziel empfand ich als nicht sonderlich interessant, hier schien es in erster Linie auch darum zu gehen, die Besucher zu einem Restaurantbesuch zu animieren, was ich gern wahrgenommen habe. Wegen starkem Regen bin ich nicht in das Valley hinabgestiegen (geht nur zu Fuß), man muss ja auf dem glitschigen Weg auch wieder zurück. Dennoch war die Fahrt durch das Gebirge interessant und vorteilhaft, dass die Veranstaltung nach weniger als 5 Stunden beendet war.
Interessanter war die Fahrt zur Kasbah Oufella in Agadir, von der aus man einen tollen Blick über Agadir hat, der durch eine folkloristische Darbietung mit Musik in berstender Lautstärke aus einer wenig folkloristischen Anlage verstärkt wurde. Die einzige Seilbahn Marokkos führt auf den Berg (und auch zurück), aber Seilbahnen sind mir äußerst suspekt.
Bei der Gelegenheit habe ich die App inDrive entdeckt, die dem in Marokko nicht zugelassenen Uber ähnelt. inDrive ist aber kein Unternehmen, sondern eine Art Auktion. Man beginnt mit einem vorgeschlagenen Preis und wartet, bis sich ein Fahrer gefunden hat. Findet sich keiner, lässt sich das Angebot schrittweise erhöhen oder man wartet einfach weiter. Einfach ist auch die Handhabung, die App soll in anderen Ländern ebenfalls funktionieren. Nur Barzahlung.
Andere tolle Apps habe ich aufgespürt, die nämlich WLans samt Passwort - sofern vorhanden - in der Nähe aufspüren. Prima, da werden mobile Daten gespart. Denkt man, denn bis es so weit ist, sich irgendwo einzuloggen, hat man die mögliche Einsparung durch ewig lange Werbevideos längst aufgebraucht. Funktioniert tatsächlich, ist aber die Geduld und den Zeitaufwand nicht wert.
Heute, am 18.01., wird es hoch hergehen, Marokko kann zum ersten Mal seit 50 Jahren den African Cup gewinnen. Und es regnet seit morgens. Gut nach der langen Dürreperiode, dann kann im Paradise Valley das Wasser die Wasserfälle hinabfallen.
15.01.
Nachdem der vierte Aufenthalt in Marokko innerhalb eines Jahres demnächst beendet ist und ich bis auf Fes alle erwähnenswerten Städte gesehen habe, kann ich als Resümee sagen: Für Urlaub im eigentlichen Sinne - also Entspannung und Erholung - bietet sich nur Agadir an, Casablanca und Tanger lohnen sich auch, aber alle Städte haben eigentlich nichts, was Agadir nicht auch hat. Hingegen verfügt nur Agadir über eine so schöne, 10 Kilometer lange Promenade mit allerbestem Strand. Dazu kommt, dass das Klima wesentlich angenehmer ist als in den meisten anderen Städten, zumindest im Winter. Dennoch: Für mich sind die teilweisen Strapazen eine gewollte Herausforderung, da ich in Hamburg zu viel Zeit sitzend an den Monitoren verbringe und mir meist nach 5 Tagen an demselben Ort - egal wo - langweilig wird.
Morgen haben ich einen Ausflug mit Berberfrühstück in das Paradise Valley gebucht, das ist etwa 60 KM von Agadir entfernt, mit 5 1/2 Stunden (also 6) keine ermüdende Tagestour und kostet deutlich weniger als mit der Hamburger U - Bahn in die Innenstadt und zurück zu fahren. Mit Abholung vom und Rückgabe am Hotel, versteht sich. Die altersschwachen Lokalbusse von Alsa wurden zwischenzeitlich komplett durch neue Modelle ersetzt.
14.01
Die Busfahrt dauerte trotz etwa der Hälfte Autobahn natürlich fast 5 Stunden, da ab 100 KM Entfernung ein obligatorischer Zwischenstopp von 25 Minuten eingelegt wird, um die einheimische Gastronomie zu stärken. Trotzdem werden die Abfahrtszeiten genau eingehalten, Verspätungen hab ich nie erlebt - von der Ankunftszeit abgesehen.
Der Gare Routiere in Agadir liegt etwas außerhalb des Zentrums, ein aufdringlicher Taxifahrer wollte 6 Euro für die 4 Kilometer zum Hotel haben, dem habe ich einen Vogel gezeigt, bin 300 Meter zur Bushaltestelle gegangen und für 35 Cent mit dem lokalen Bus gefahren. Das war nicht ganz so glücklich gewählt, da sich direkt gegenüber ein riesiges public viewing - Gelände befindet. Dort gab es gestern zwar nichts zu viewen, aber bis 2 Uhr Nachts grauenvolle Live - Musik zu hören und zu fühlen. Die Bässe ließen Wände und Scheiben zittern und die Musk kam ohne Bässe sogar durch die Toilette hoch, so dass man selbst bei voller Lautstärke des Tablets vom Heute - Journal nichts verstehen konnte, Modell Aquarium. Die weiteren drei Nächte in dem ansonsten ordentlichen Hotel habe ich natürlich sofort storniert und ein anderes Quartier gesucht. Heute, am 14.01., spielt Marokko im Halbfinale des African Cup of Nations, den Lärmpegel mag man sich lieber nicht ausmalen. Nach Beanstandung über Booking.com durfte ich die Hälfte des Übernachtungspreises wieder abholen, das fand ich anständig. Da der Marokkaner gern feilscht, habe ich dem Rezeptionisten noch zusätzliche 5 Dirham herausgeleiert. Normalerweise hätte man ein Zimmer zu der Seite hin gar nicht vermieten dürfen - zudem noch ohne Toilettenpapier. Schlauerweise (oder eher aus Erfahrung) habe ich in Marokko immer eine halbe Rolle für alle Eventualitäten dabei.
Den Bahnhof in Safi habe ich mir gestern um 10 Uhr angesehen, die Bahn ist noch deutlich unterrepräsentiert. Einzige Abfahrt war ein Zug um 16 Uhr nach Marrakesh mit Umsteigen. Jedoch gibt es einen Hochgeschwindigkeitszug, der erst den Beginn des Ausbaus darstellt:
"Am Bahnhof Rabat-Agdal hat Seine Majestät König Mohammed VI. offiziell den Bau der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke (LGV) zwischen Kénitra und Marrakesch eröffnet. Mit einer Länge von rund 430 Kilometern erweitert dieses Großprojekt das bestehende Hochgeschwindigkeitsnetz, das derzeit Tanger mit Kénitra verbindet, in Richtung Landeszentrum. Die neue Strecke wird die Städte Rabat, Casablanca und Marrakesch anbinden und direkte Verbindungen zu den Flughäfen Rabat-Salé und Mohammed-V ermöglichen."
Safi 11.01. - 13.01
Eine Großstadt ohne Souvenirläden, das gibt es auch und sagt etwas über deren Attraktivität aus. Allerdings hat der Hafen große Bedeutung, da von dort aus Phosphat und andere Rohstoffe in alle Welt verschifft werden. Neben der Medina ist nur die Kasbah von Interesse, 90 % der Stadt sind Neubauten. Bei Starkregen und einer Flutwelle kamen am 15.12.2025 37 Menschen ums Leben, die Läden unterhalb der Kasbah wurden zerstört und befinden sich im Wiederaufbau.
Auf dem Weg vom Gare Routiere zur Medina kommt man an "Food Kennedy" in der gleichnamigen Straße (nein, die heißt nicht Food Kennedy) vorbei. Der Name mutet nach Fast Food an, das familiengeführte schlichte Restaurant bietet aber Gerichte in bestechender Qualität an, die Pasta würde selbst italiensiche Köche erblassen lassen. Das einzige Restaurant in Safi, in dem ich eingekehrt bin, genaugenommen drei Mal, weil es so gut ist. Gefunden bei Google.
Zum Frühstück empfiehlt sich die Bar (den Namen habe ich vergessen) mit großer Terrasse schräg gegenüber des Gare Routiere an. Was dort für 20 Dirham aufgetischt wird. reicht für den ganzen Tag und ist außerordentlich vielfältig.
Morgen geht es nun mit Supratours, neben CTM das zweite große Busunternehmen, zurück nach Agadir. Für die ca. 300 KM sind 4 Stunden veranschlagt. Naja.
10.01.
Essaouira ist eine freundliche Stadt, verfügt aber außer der Medina und dem Fischereihafen über keine weiteren Attraktionen. 2 Übernachtungen oder ein voller Tag hätten gereicht. Pluspunkte: In der Medina ist es ruhig, keine Mopedfahrer und man wird nicht aufdringlich zum Kauf genötigt. Natürlich habe ich auch hier die Patisserie meines Vertrauens gefunden, die heißt Driss und gibt es seit 1928. Köstlich und fast geschenkt. Für Fischesser ist es das El Dorade, in den Buden und Restaurants am Hafen kommt der gefangene Fisch frisch auf den Tisch. Nicht zu vergessen das Cafe de France, wo es unter anderem ein Falafal - Sandwich mit äußerst leckeren, ganz dünnen Pommes inkl. 3 Soßen für 2.40 Euro gibt. Das ist nicht nur preiswert sondern im Vergleich sehr günstig, das Preisniveau in Essaouira liegt über dem von Agadir, hinzu kommt eine City - Tax von 3 Euro pro Tag wegen Unesco - Welterbe der Medina.
Was mir unbekannt war, ist, dass die Stadt in den 1960er Jahren von Hippies entdeckt wurde und angeblich soll der eine oder andere Reisende hier hängenbleiben. Das habe ich nicht vor, morgen geht es nach Safi, wahrscheinlich werde ich über die Stadt der Töpferkunst Ähnliches schreiben. Medinas und Souks kenne ich nun zur Genüge und irgendwann hat man das Gefühl ständiger Wiederholung vor anderer Kulisse. Ob ich die geplanten 3 Tage in Safi verbringe, entscheide ich vor Ort.
Essaouira 08.01. - 11.01.
Nach 3 Tagen (05.01 - 08.01.) Agadir, in denen ich wieder Neues entdeckt habe, bin ich heute per 3 1/2 Stunden Busfahrt in Essaouira angekommen. Hier fällt eins auf: Es ist außer in den bis spät in die Nacht belebten Gassen der Medina ziemlich dunkel. Sehr authentisch und nicht so blitzblank sauber wie Agadir. Macht auf jeden Fall einen interessanten Eindruck. Auf Agadir komme ich zum Ende der Reise zurück, da ich dort die letzte Woche verbringen werde.
| Top 5 2025 | Last 5 2025 | Warum? |
|---|---|---|
| Casablanca | Gdynia | Ostblock at it`s best |
| Tanger | Luxor | Nervt |
| Belgrad | Hurghada | Öde, nervt |
| Agadir | Neapel | Grauenhaft überfüllt |
| Malaga | Marrakesh | Mag ich nicht |
| 2025 Alphabetisch | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Agadir | Athen | Belgrad | Benalmadena | Bukarest | Burgas | Casablanca |
| Gdynia / Polen | Goldstrand | Hurghada | Ibiza San Antony | Ibiza Stadt | ||
| Kos | Luxor | Malaga | Marrakesh | Neapel | Nessebar / Bulgarien | Ouarzazarte / Marokko |
| Piräus | Rabat | Ialyssos / Rhodos | Sibiu / Rumänien | Sofia | Sonnenstrand | Sorrento |
| Tanger | Teneriffa | Trogir / Kroatien | Varna | Varna II | Zoppot |
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Hurghada - Luxor 14.12. - 21.12.2025
20.12.
Der letzte Tag in einem Hotel nahe der Marina Hurghada zeigte, dass es auch anders geht. Es ist hauptsächlich die Sheraton Street, an der sich eine Bar namens Hally Gally befindet und mit dem Namen den Nagel auf den Kopf trifft, Unterhaltung jeglicher Art, die üblichen Läden, Restaurants und Discos, eine einigermaßen saubere Amüsiermeile sogar mit Fußgängerzone aber auch tückischer Straßenüberquerung. Auf Verzehr werden wie direkt an der Marina 14 % Steuern oder noch mehr erhoben, was in den Speisekarten meist nicht erwähnt oder unleserlich versteckt ist. Preisunterschied zu Hurghada City geschätzt 100 % bis auf Zigaretten. Ich habe nicht mehr nach dem Preis gefragt sondern 80 Pfund aufgerufen als erstes und letztes Angebot, otherwise no deal. Funktioniert immer und scheint Respekt für die "Verhandlungskünste" hervorzurufen, dafür erntet man noch ein Lächeln, denn egal was man kauft, wer den erstgenannten Preis bezahlt, ist eben ein Touristendepp für die Einheimischen.
19.12. Luxor
Luxor nervt mich genauso wie Hurghada - wenn nicht noch mehr, ein Tag und Rückreise. Es sind übrigens nicht wie wie irrtümlicherweise ermittelt 200 sondern 300 Kilometer von Hurghada nach Luxor und in der angegebenen Zeit von 4 Stunden schafft der Bus es niemals, 5 Stunden sind realistisch. Ein Tag noch und Rückreise nach Hamburg, dann hat das Elend dieser unnützen Reise ein Ende. "My friend" kann ich nicht mehr hören, vielleicht in 10 Jahren mal wieder.
Das Internet ist allgemein die Pest, mal geht das WLAN, mal die mobilen Daten mit ägyptischer Simcard, mal beides, dann wieder gar nichts. Tagesschau kucken kann mehr als 30 Minuten dauern. Telefonate über Whatsapp sind in der Regel von der Regierung geblockt, um die lokalen Provider zu schützen. Deren Kosten für internationale Telefonate sind immens, angeblich zählt auch die Zeit, bis der Angerufene das Gespräch annimmt. Kann ich nicht überprüfen und ist mir auch egal, ich habe 90 Minuten gekauft, die Summe meiner ausgehenden Gespräche war 48 Minuten, dann Ende.
18.12.
Zwei positive Dinge habe ich dann doch noch entdeckt: Erstens Uber, das ich vorher nie benutzt habe und bestens funktioniert. Der Preis liegt bei etwa 20 Cent pro Kilometer, die Wagen kommen schnell, freundliche Fahrer, die Tour ist vorher über Paypal bezahlt, also kein lästiges Gefeilsche um den Preis und übers Ohr hauen geht nicht, dafür kommt bei einer Euro - Münze Trinkgeld (was häufig mehr als der Fahrpreis ist) große Freude auf. Man kann sich vorstellen, wieviel ein Fahrer verdient. Öffentlichen Nahverkehr gibt es in Hurghada eh nicht und die Entfernungen sind teilweise nicht unerheblich. Das wäre nicht weiter schlimm, wenn man interessante Wege gehen könnte und nicht dauernd auf der Fahrbahn laufen muss, da die Gehwege eher rudimentären Charakter haben, kaputt, versperrt oder beides sind und die Bordsteine eine Höhe von etwa 30 cm haben. Rudimentär sind überraschenderweise auch die Englisch - Kenntnisse der Einheimischen, die Händler können aber größtenteils ein paar Brocken deutsch wie etwa Hummel Hummel, Mors Mors.
Zum Anderen habe ich die Angewohnheit, immer in dasselbe Restaurant zu gehen, sobald ich eins gefunden habe, das mir gefällt. Beim zweiten Besuch ist man in der Regel ein guter Freund. Auch diesem Fall ein schlichtes Lokal (ich leide unter der seltenen weiße Tischdecken - Allergie), das viele typisch ägyptische vegetarische Gerichte für ca. 5 Euro auf der Karte hat. Beim ersten Besuch habe ich ein Gericht bestellt und mit Mineralwasser 2 Euro bezahlt, gleichzeitig erfuhr ich, dass die 250 ägyptischen Pfund (55 Pfund sind ca. 1 Euro) das komplette Programm enthalten, wenn ich morgen wiederkomme, gibts alles für 200, weil ich so nett bin und nicht wegen Hitler. Gesagt, getan, Unmengen von verschiedenem Essen aufgetischt, guter Freund zahlt 200 für das erstklassige Abendessen und schenkt dem notleidenden Inhaber noch eine halbe Packung Zigaretten. Die schmutzige linke Pfote bleibt beim Essen gefälligst unter dem Tisch - so jedenfalls die alte Tradition. Zur neueren Tradition zählt die besonders beliebte Weihnachtsdekoration überall. Merry Christmas.
Auf nach Luxor! Wusste gar nicht, dass es nur 200 Kilometer und 4 Stunden mit dem Bus sind.
17.12.
Hurghada City kann man getrost als Schrotthaufen bezeichnen. Da nützt es auch nichts, wenn ein Abendessen 2 Euro und eine Schachtel Zigaretten 1.80 kosten. Außer einem Tagesausflug nach Luxor (den mache ich nicht, Startzeit 04:00, Dauer 15 - 16 Stunden) und die übliche Touristenbespaßung wie Schnorcheln, Tauchen, Jeep - Safari, Quad - Unfug und Bootsausflüge gibt es hier nichts - gar nichts. Die Stadt ist hässlich, dreckig und laut. Was für ein grauenvoller Unterschied zu Marokko im direkten Vergleich. Nur die ziemlich neue Marina samt Hotels ist eine gepflegte Oase am Rande der Stadt. Tatsächlich kommt man nirgendwo an den Strand, wenn man nicht in einem Hotel dort untergebracht ist. Zumindest ein paar nette Bekanntschaften gemacht. Morgen fahre ich mit dem Bus nach Luxor und bleibe 1 oder 2 Nächte.
14.12.
Ich glaube nicht, dass ich Fotos von Hurghada machen werde, gleich am Tag der Ankunft habe ich den Rückflug vorverlegt. Hier gibt es schlichtweg nichts zu fotografieren und die Anbaggerei der Händler übertrifft in ihrer Aufdringlichkeit alles bisher Erlebte. Wenn sich nicht noch Wundersames auftut, ist es eine überflüssige Reise in eine Stadt ohne jeglichen Charme, dafür mit viel Dreck und Müll außerhalb der Luxusresorts. Der Zugang zum Meer ist zum großen Teil verbaut und abgesperrt, jedenfalls habe ich auf 2 Kilometern keinen gefunden. Vielleicht ist die Gegend um die neue Marina etwas ansprechender, das werde ich noch überprüfen.
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Ouarzazate - Casablanca - Rabat - Marrakesh 28.11. - 09.12.2025
09.12.
Es musste noch eine weitere Großstadt sein, zumindest nominell. Der Flug mit Eurowings über Stuttgart startete mit über einer Stunde Verspätung, so dass ich wie andere auch den Anschlussflug nicht nur nach Hamburg verpasste (Nicht - Schengen Land, Passkontrolle, Herumirren im menschenleeren, unbekannten Flughafen, nochmal Sicherheitskontrolle, weg war er). Von Eurowings wurde eine Übernachtung im gegenüber liegenden Mövenpick - Hotel samt Abendessen und Frühstück arrangiert, das Mineralwasser durfte ich selbst bezahlen (???). Den heutigen Flug konnte ich auswählen, und so bin ich um 09:45 gelandet. Seit der Ankunft in Marrakesh war es eine absolute Strapaze und der Fluch von vor einigen Jahren hat wieder zugeschlagen, wenn auch in erträglicher Form. Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei. Mal sehen, ob Eurowings die üblichen 250 Euro Entschädigung + 6.70 für das Mineralwasser noch locker macht. Um 05:30 Uhr aufgestanden, bin ich jetzt endgültig platt. Fazit: Am besten hat es mir in Casablanca gefallen.
07. / 08.12. Marrakesh
Neulich auf dem Jahrmarkt Djeema El Fna:: Statt Entenangeln gibt es in Ermangelung von Enten Colaflaschenangeln. Zu essen habe ich einen Salat mit Pommes bestellt, die entfielen, dafür wurde ungefragt das komplette vegetarische Programm aufgetischt, was außerordentlich gut schmeckte, deshalb habe ich auch einen Euro "Servicegebühr" ohne Murren für das vergleichsweise reichlich teure Menü bezahlt. Den Rummel halte ich maximal eine halbe Nacht lang aus, die Medina hasse ich wegen der Mopedraser in den engen Gassen und weil ich mich wie beim ersten Besuch permanent verlaufe, nur dass es mit den verbesserten Navigationsoftwaren jetzt etwas weniger häufig vorkommt. Absolutes Touri - Auflauf - Pflichtprogramm mit dauerndem Angequatsche, ab morgen ohne mich. 3 Großstädte (eigentlich 4, zweimal Casablanca) in 6 Tagen waren ein anspruchsvolles Vorhaben, von dem ich mich etwas erholen möchte, mental auch von weiteren Hitler -Begeisterten in Marrakesh. Von daher ist es gut, dass die anstehende Ägypten - Reise nur Hurghada als Ziel hat.
06.12.
Elende Fülle und Drängelei im Zug von Rabat nach Casablanca. Dann doch lieber geordnet mit dem komfortablen Bus von CTM, deren Busbahnhof CTM FAR im Zentrum Casablancas und nicht 3 Kilometer außerhalb liegt. Irgendwas ist ja immer. Wer dennoch eine Zugfahrt ab / nach Casablanca in Erwägung zieht: Die Preise sind identisch. Gibt man auf der Seite von ONCF (der Eisenbahngesellschaft) Casablanca ein, erscheint ein leeres Fenster. Die beiden Bahnhöfe heißen Casa Voyageur (Hauptbahnhof) und Casa Port, wobei letzterer eigentlich näher am Zentrum liegt, wie ich hinterher feststellte. Dorthin fahren unterschiedliche Züge, der Ausgesuchte nach Casa Voyageur war voll, also 2.5 Stunden auf den nächsten Zug warten. Die Bahnangestellte, die kaum verständlich vor sich hinflüsterte, hätte mir ruhig den in 30 Minuten abfahrenden Zug nach Casa Port empfehlen können. Hätte ich es gewusst, hätte ich das Ticket vorher online gekauft. Und abends gleich den nächsten Fehler gemacht, online die Busfahrt nach Marrakesh versehentlich ab Casablanca Maarif gebucht, was ebenfalls über 1 Kilometer mehr Fußweg (oder eben Taxi) bedeutet. Dafür 2.40 Euro gespart. Und die Fahrt dauert nur 3 Stunden statt 4:10, also doch nicht so schlecht. Vieles bleibt rätselhaft.
Beim Einchecken im Hotel habe ich den bisher einzigen Betrugsversuch in Marokko erlebt, der freundlich grinsende Idiot an der Rezeption wollte mir 8.50 Euro City Tax für eine Nacht abknöpfen, die er nach Einsicht in die Buchungsbestätigung auf die dort aufgeführten 3.40 reduzierte. Das war die absolute Ausnahme, die Marokkaner sind grundehrlich (selbst die Taxifahrer) und bedanken sich herzlich für ein kleines Trinkgeld. Allah sieht eben alles.
Als Deutscher genießt man in Marokko unter vielen jungen Leuten hohes Ansehen. Nicht, dass die Bundesrepublik so ein schönes Land ist, sondern weil Hitler so ein großartiger Politiker war. Da ist im Geschichtsunterricht wohl was schiefgelaufen. Aufklärungsversuche scheitern im Ansatz. Vielleicht, weil er mit den Juden nicht besonders freundlich umging. Das ist kein neues Phänomen, bereits vor Jahren wurde ich in Frankreich von offenbar nordafrikanischen Jungen begeistert mit "Ah, Hitler!" begrüßt, als ich nach dem Weg fragte und sagte, dass ich aus Deutschland komme.
Rabat 05.12.
Welch ein Abenteuer! Nein, nicht die Stadt, die finde ich eher durchschnittlich. Aber die Fahrt vom neuen Busbahnhof 8 KM außerhalb der Stadt, von dem keine Busverbindung in die Stadt existiert, also Taxi. Selten habe ich für 3 Euro soviel Nervenkitzel bekommen. Aus Sicht des Autofahrers bilden Fußgänger lästige Hindernisse, die auf dem Zebrastreifen umkurvt werden, während sich rechts noch ein Moped vorbeiquetscht und auf der linken Seite ein Bus auf das Recht des Stärkeren pocht. Der Hupenverschleiß muss enorm sein. Ohne Zebrastreifen ist man ohnehin wehrloses Opfer - zumindest gefühlt.
Die Stadt habe ich in einem Tag abgelaufen, die Medina ist auch wieder anders als andere, ansonsten beschränkt es sich auf die üblichen architektonischen Besonderheiten und ein besonders gutes Abendessen in einem besonders guten, unauffälligen Restaurant, wie es sie zuhauf gibt. Die Unterkunft war vor allem im Dunkeln nicht leicht zu finden, mithilfe eines "Prüfe Dein Gewicht" - Automaten (wie früher auf deutschen Bahnhöfen) als Orientierungspunkt dann aber doch erfolgreich.
Um es neudeutsch zu formulieren, die Stadt hat für mich keinen Spirit und so geht es morgen wieder nach Casablanca, allerdings mit dem Zug und Sonntag nach Marrakesh zwecks Rückflug am Montag. Dort wird morgen das internationale Filmfestival beendet, es wird geraten, drei Stunden vor dem Abflug am Flughafen zu erscheinen, was mir zum Glück erspart bleibt. Dennoch muss man in Marokko je nach Airline immer mit ausgedruckter Bordkarte zum Schalter und sich einen Stempel abholen oder dort die Bordkarte in Empfang nehmen. Der Pass wird bei der Kontrolle wie ein Wiener Schnitzel bearbeitet, fünfmal vorzeigen ist normal und auch das Gepäck darf bei der Ankunft gelegentlich noch mal durch einen Scanner laufen. Deutsche Gründlichkeit in Marokko.
Casablanca 02.12. - 05.12.
Viel ansprechende Architektur mit dem Verkehrslärm einer Stadt von 3.2 Millionen Einwohnern. Abseits dessen gibt es ruhige Orte wie den Park der arabischen Liga oder die mit Restaurants ausgestattete ehemalige Festung am Hafen, gleich um die Ecke von Rick s Cafe, das es ursprünglich ja nur im Film gab. Wer glaubt, in Italien oder Griechenland seine Courage als Fussgänger ausreichend bewiesen zu haben, sieht sich in Casablanca ganz neuen Herausforderungen ausgesetzt. Nicht nur dass es an Kreuzungen mit Ampeln häufig keine Fussgängerampel gibt, dient vor allem für Motorradfahrer ein Zebrastreifen eher als Dekoration, und auch Autofahrer sehen sich selten genötigt, unbedingt anzuhalten. Augen auf im Strassenverkehr! Das exakte Gegenteil von Agadir, dazu pausenloses Gehupe. Hauptstrassen, insbesondere zur Rush Hour, sollten zwecks Nervenschonung unbedingt vermieden werden.
Es gibt vergleichsmäßig wenig ausländischen Tourismus und der Souk, der keine besondere Erwähnung findet, ist der einzig wirklich authentische Souk, den ich in Marokko gesehen habe. Nicht hübsch für Touristen herausgeputzt, wenig Schnickschnack, wenig Angelabere und in Teilen dreckig wie es eben ist, wobei der Souk im Gegensatz zum Freiluftmarkt sauber ist. Dort findet man fast ausschließlich Einheimische, die ihre Einkäufe tätigen. Auch das gibt es: 1 A Pizza für 2 Euro. Mineralwasser dazu? Wie? Ne, haben wir nicht, nur flüssigen Zucker (Cola). Am Ende trotz Verständigungsschwierigkeiten einen Platstikbottich mit Wasser bekommen. Das schmeckt schön nach Chlor und beugt Durchfallerkrankungen vor. Morgen bringe ich selbst Mineralwasser mit, denn die Pizza war köstlich - und meine Reiseplastikgabel für das obligatorische Törtchen, weil die Patisserien im Souk keine Sitzplätze haben. Favorit: Petite Tarte (findet man sowieso nur zufällig). Als Anhalts - und Ausgangspunkt von der Hafenseite kann man die Rue de la Marine in der Nähe von Rick`s Cafe nehmen, da die ein Straßenschild hat, dazu viele Imbisse und Restaurants für den leersten Geldbeutel.
Einen Besuch wert ist auch der Marche Central, zentral gelegen mit ebenfalls vielen Restaurants. Hier wird man allerdings häufig zum Kauf oder Essen "gebeten". "Bin Vegetarier" hilft meist, da der Marokkaner so etwas Eigenartiges nicht wirklich kennt, geschweige denn versteht.
Der marokkanischen Küche, die derzeit als eine der drei Besten der Welt gilt, kann ich nichts abgewinnen. Couscous ist Trockenfutter, Tajine hat Mutti früher im Römertopf gemacht und Geschmortes ist eh nicht mein Fall. Gern esse ich den kleingehexelten Salade Marrocaine oder andere einfache Gerichte, die teilweise sehr gut gewürzt sind.
Busfahrt Ouarzazate - Casablanca 02.12.
Interessante Fahrt um und durch das Gebirge, das ich von oben schon gesehen hatte, zumindest bis Marrakesh. Der Rest war langweilig, durch das Verkehrsgewühl in Marrakesh, Autobahn durch Wüste oder Steppe und Rush Hour in Casablanca. Dennoch eine sehr gute Entscheidung, die einmal mehr deutlich macht, dass man auf das, was andere schreiben, häufig schön pfeifen kann und ich die bis dahin vielseitigste Stadt Marokkos (subjektiv gesehen, versteht sich) dadurch beinahe verpasst hätte.
01.12.
Nach diversen Überlegungen und Umbuchungen habe ich als die beste Fortsetzung der Reise angesehen, mit dem Bus nach Casablanca zu fahren. Zum Einen erfordert es kein Umsteigen, zum Anderen kann die Stadt so übel nicht sein und Rabat ist nicht weit entfernt. Gebucht habe ich zunächst zweimal eine Nacht (wegen Stornomöglichkeit) in Casablanca, dann sehe ich weiter. Für Rabat reicht ggf. ein Tagesausflug, das wird sich dann zeigen. Ouarzazate war wirklich sehr nett, auch wenn es keine atemberaubende Stadt ist, gut zum Entspannen und authentisch. Morgen früh breche ich auf. Die Verhaltensregeln der Privatschule werde ich als konstruktiven Beitrag mit nach Deutschland nehmen.
Quarzazate 28.11. - 02.12.
Der Flug über das wellige, unbewachsene Gebirge bot einen außergewöhnlichen Anblick, plötzlich wird es grün und das auf 1100 Metern Höhe liegende Ouarzazate, das Hollywood Marokkos, taucht auf. Nicht aufgetaucht sind weitere Flugzeuge auf dem Flughafen, die Maschine war die Einzige, also touristisch nicht besonders erschlossen, was sich in angenehmer Ruhe ausdrückt. Vom Flughafen kann man gut zu Fuß in die Stadt marschieren, die nicht allzu viel zu bieten hat, 2 volle Tage hätten gereicht.
Hauptattraktionen sind die Kasbah und vor allem das Filmmuseum, in Quarzarzate wurden unter anderem Lawrence von Arabien und Gladiator gedreht, das Museum mit seinen unglaublichen Kulissen, Requisiten und alter Technik ist ziemlich einzigartig. Eigentlich alles gesehen bis auf Ait-Ben-Haddou, das 25 Kilometer entfernt liegt, auch Filmkulisse war / ist und die Atlas - Studios. Dort kommt man jedoch nur per Taxi hin, der öffentliche Nahverkehr besteht in Quarzazate aus Fußmärschen. 2 Stunden in Ait-Ben-Haddou herumlaufen, während der Fahrer wartet, um dann 50 Euro in Empfang zu nehmen. Der Preis ist in Ordnung, aber mit strikter Zeitvorgabe bzw. möglichem Aufpreis habe ich keine Lust dazu. Die bessere Möglichkeit sind Tagesausflüge ab Marrakesh, die wesentlich umfangreicher sind, das sind dann zwar größere Gruppen, dafür bekommt man auch mehr zu sehen. Bei einem Vergleich habe ich festgestellt, dass die vielfältigsten und besten Ausflüge bei Tripadvisor und nicht bei GetyourGuide zu finden sind. Nächstes Mal.
Malaga - Tanger - Agadir 04.11. - 15.11.2025
Agadir 09.11. - 15.11.
16.11.
Höhepunkt war eindeutig die Medina Agadir. Die Stadt wurde 1960 durch ein Erdbeben völlig zerstört, von 60.000 Einwohnern kamen 15.000 ums Leben und die Medina wurde ab 1992 zum Teil neu aufgebaut. Dort wimmelt es nicht von Besuchern, wohl weil sie etwas abseits liegt. Die vielen Läden mit kreativer Handwerkskunst sind beeindruckend, man wird nicht zum Kauf genötigt sondern auf Nachfrage wird viel Wissenswertes erklärt.
Insgesamt eine gelungene Reise, mir kommen die 12 Tage vor, als wenn ich einen Monat unterwegs war und Malaga schon nach einer Woche ganz weit weg. Das ist so, wenn man an verschiedene Orte reist.
Der Rückflug war zum zweiten Mal mit Marabu, der estnischen Tochtergesellschaft von Condor. Professionell und hochmotivierte Crew, damit auf Platz 3 der diesjährigen Favoritenliste. Bisher bei allen keine wirklich negativen Erfahrungen gemacht.
Bargeldabhebung (und Zahlung) mit der Mastercard von C24 funktioniert trotz anderslautender Aussage in Marokko nicht, nach 12 Versuchen aufgegeben und beschwert. Ich musste die Postbank Girocard benutzen, das ist noch schlechter als Amex, für 55.99 Euro habe ich 500 Dirham bekommen, in den Wechselstuben bekommt man dafür über 580 Dirham. Überhaupt ist man gut beraten, ausreichend Bargeld dabei zu haben, das wird lieber als Kreditkarten gesehen, die teilweise auch nicht akzeptiert werden.
12.11.
Der Besuch des Souks El Had ist immer ein Erlebnis, leider wird man mit der Zeit etwas unhöflich, da man sich der vielen freundlichen Angebote nicht erwehren kann und irgendwann wortlos weitergeht, sonst wird man in endlose Verkaufsgespräche verwickelt. Oder ich betone, das ich nur mit einem Rucksack reise, der schon voll ist. Trotzdem hat mir die Kochplatte für den alleinkochenden Mann sehr gut gefallen und ich habe mir die Vorteile erklären und auch andere Modelle zeigen lassen.
Mitleiderregend sind die zahlreichen armen Menschen (hauptsächlich vor dem Souk), denen ein oder beide Beine fehlen, für die habe ich immer Kleingeld in der linken Hosentasche parat, zum Bezahlen rechte Tasche.
Auf den Berg mit der Kasbah kann man mit der einzigen Seilbahn Marokkos fahren, ich finde aber, das wie auf dem Foto zu sehen der Anblick bei Nacht nicht zu toppen ist und belasse es dabei.
In der Medina war ich noch gar nicht, das ist für morgen oder übermorgen geplant. Fest im täglichen Plan wie beim ersten Mal ist die Boulangerie und vor allem Patisserie La Fontaine. Diese Kunstwerke darf man nicht versäumen. Avenue Hassan II, eine der zwei parallelen Hauptstaraßen, die zum Touristenparadies führen, ca. 1 KM vom Strand entfernt.
10.11.
Der Flug mit Air Arabia war etwas Besonderes, gut gepolsterte Sitze mit Stoffbezügen und enormer Beinfreiheit, keine Quetschkommode wie sonst üblich.
Heute bin ich nach Taghazout, ca. 20 KM nördlich von Agadir, gefahren, weil es dort so toll sein soll. Ist es auch für eine Stunde, dann hat man den Ort durch. Auf einen Einwohner des kleinen Ortes kommen gefühlt 100 Touristen, davon 80 Surfer. Mit Menschen, die das Surfen zur Religion erklären, kann ich nichts anfangen (die mit mir auch nicht) und "chillen" (übersetzt: sinnloses Rumhängen) ist für mich Zeitverschwendung. Ursprünglich wollte ich Anfang Januar dort 4 Tage verbringen, wegen chillen und so, nun bin ich froh, mich nicht mal einen ganzen Tag in dem Hotspot quakender Engländerinnen und Ami - Tussen aufhalten zu müssen. Direkt vor Ort storniert. Wie armselig im Vergleich zu Agadir und Tanger sowieso.
Die ausgedienten spanischen Busse von Alsa ohne Klimaanlage bekommen hier in Diensten des Unternehmens ihr Gnadenbrot und sind nicht zu 100 % zuverlässig, von einem fehlenden Fahrplan abgesehen, zeigte ein Sitz direkt vor mir leichte Schwäche, als er mitsamt Passagier zusammenkrachte und nun als Liege dient. Das Foto ist ein eindrucksvoller Beweis, auch die liebevoll eingerichtete Raucherlounge am Flughafen Tanger verdient Beachtung. Inzwischen ist man ja mit dem Minimum zufrieden.
Taghazout
Tanger 07.11. - 09.11.
08.11.
Heute war ich in der Kasbah, in Museen und habe viel Interessantes über die Stadt erfahren, was sich lohnt, nachzulesen. Tanger kam erst 1957 zu Marokko, war von je her eine internationale Stadt und wurde jahrelang von 8 Ländern gleichzeitig verwaltet, so auch von den USA und der UDSSR. Als Kulisse bekannter Filme, u.A. James Bond und auch als zeitweiser Wohnsitz vieler bekannter Persönlichkeiten war Tanger schon immer beliebt. In den 70er Jahren erlebte sie dann einen ziemlichen Niedergang. Der Höhepunkt, war der Besuch eines unkommerziellen Filmmuseums mit angeschlossenen Laden, dessen Inhaber mich mindestens 30 Minuten lang informiert hat, Interzone heißt die Einrichtung und der Betreiber wohl ein Engländer. Was es dort alles zu sehen gibt... die Fassade allein ist wie ein Buch und hinter der Anordnung jedes einzelnen Teils steckt ein Gedanke. Großartig.
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07.11.
30 Minuten Flugzeit von Malaga und ich bin begeistert von Tanger. Fühlt sich an wie in einer französischen Stadt. Der Souk ist nichts Besonderes, die Menschen aber genauso freundlich wie in Agadir. Die Stadt völlig anders strukturiert, nicht so weitläufig, alles Neue hochmodern und viele Baukräne - wie in Agadir.
Wenn es ein aufstrebendes Land mit guten Perspektiven gibt, ist es für mich Marokko, trotz reichlich Wüste gibt es viel Wasser, Sonne zur Energiegewinnung und Lebensmittel von bester Qualität, die Inflation ist niedrig. Das Restaurantangebot braucht den Vergleich mit Malaga oder anderen europäischen Städten nicht zu scheuen. Wenn ich das gewusst hätte... zu spät, Sonntag geht es nach Agadir, den Aufenthalt dort habe ich durch einen heute gebuchten günstigen Direktflug nach Hamburg um 3 Tage verlängern können, so bleibt mir die ellenlange Rückreise über Berlin erspart. Darauf hatte ich gehofft, aber vorsichtshalber den Easyjet - Flug für 25 Euro gebucht.
Malaga 04.11. - 07.11.
05.11.
Das war wohl gestern eine Invasion von Kreuzfahrern, heute ist Malaga deutlich weniger befüllt. Eindeutig klar, dass es für mich die schönste Altstadt Europas hat (nördlich von Flensburg kenne ich nichts, ich fahre nicht hin, wo es auch kein besseres Wetter hat), eine Mischung aus verwinkelt und großzügig angelegten Plätzen.
Die gastronomische Vielfalt ist unglaublich, am liebsten möchte man überall einkehren, ob Spanier, Inder neben Thai, mexikanisch oder hier weniger stark vertreten italienisch. Das unterscheidet Spanien von Italien ohnehin, dort werden ausländische Restaurants nicht gern gesehen und meist in Ecken gedrängt, wo kaum jemand vorbeiläuft, von Imbissen abgesehen. Versucht mal, ein griechisches Lokal auf Sizilien zu finden. Der Strandort von Taormina heißt zwar Gardini Naxos, das ist aber auch alles. Ist auch nicht so wichtig, dafür gibt es ja Gyros - Land. Für mich als Vegetarier allerdings keine besonders ergiebigen Essensangebote, dafür sorgen dann die Italiener.
04.11.
Fängt gut an, Abflug 5:55 passt, dann habe ich den ganzen Tag vor Ort. Kurz vom Flughafen nach Benalmadena gefahren, ein beliebiger Touri - Ort nach Schema F, uninteressanter als beispielsweise Benidorm, durchgegangen und nach Malaga.
Auch die Stadt erlebt einen nie gesehenen Ansturm von Menschenmassen. Kein Wunder, ist es doch eine der wenigen Großstädte in Europa, die auch Anfang November noch angenehmes Klima hat. Obwohl ich schon häufiger hier war, nimmt einen die außerordentlich große Altstadt immer wieder gefangen, dazu so sauber wie kaum eine andere Stadt und bietet unendlich viele Möglichkeiten, einen interessanten Aufenthalt zu verbringen. Ein Automobil von BYD wird hier übrigens für unter 12.000 Euro angeboten, wohl, weil die Halden abgebaut werden müssen.
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Varna 21.10. - 28.10.
28.10.
Pluspunkt für Wizzair, überpünktliche Ankunft des Rückfluges. Von zeitweisem Regen abgesehen eine gelungene Reise mit interessanten Gesprächen, darunter waren drei Passagiere, die den Online - Check in nicht hinbekommen haben und jeweils 45 Euro berappen (der Ausdruck kommt wohl aus der Schwyz) mussten, ein in Deutschland lebender Ukrainer, der nicht mal eine Plastiktüte dabei hatte, weil er eine möblierte Wohnung in Varna kaufen möchte, ein beginnender Medizinstudent, der die Stadt vorher nie gesehen hat, eine Medizinstudentin, die die 5 Jahre gerade hinter sich gebracht hatte und ein Paar mit Pauschalreise, dass sich im Rückflugdatum geirrt, den Flug am 26.10. verpasst, total 700 Euro für den Flug am 28.10. bezahlt hat und froh war, nicht mit Austrian für 1200 Euro über Wien - München - Hamburg zu seinem Heimatort Sylt fliegen zu müssen.
Eigenartig ist, dass niemand Geld geschenkt haben möchte. Da bin ich ganz anders, mir hat eine Schweizerin am Hamburger Flughafen 14 Euro mit der Bemerkung in die Hand gedrückt, mit dem Geld könne sie nichts mehr anfangen. Die Schweiz war eben schon immer etwas exklusiver. Bei der Rückreise aus Bukarest keiner der Wartenden in Hamburg, dieses Mal auch nicht, nicht mal eine bulgarische Luftmaid. Das waren umgerechnet immerhin 7 Euro in Münzen, mit denen ich aufgrund der Euro - Umstellung am 01.01.2026 nichts mehr anfangen kann und einen Croissant für 4.30 Euro kaufe ich am Flughafen aus Prinzip nicht. Geldangebote spare ich mir in Zukunft, außer sie sind ausdrücklich von Bedürftigen oder Straßenmusikern erwünscht.
26.10.
Jaja, die Zeitumstellung. Zweimal pro Jahr mit 4 Zeitunterschieden auf die Kanaren oder sonst wohin reisen, aber über die Sommerzeit klagen. Mir ist es recht, ich mag die Sommerzeit mit den langen, hellen Abenden.
Am Sonnabend war ich am Goldstrand, was außerhalb der Saison einen zwar hübschen aber ziemlich scheintoten Eindruck macht, fast alle Läden und Lokale geschlossen, nur einige Hotelburgen sind geöffnet und der Ort nahezu menschenleer. Dennoch ein paar angenehme Stunden bei Sonnenschein am Strand verbracht. Kann man ansteuern, muss man nicht, obwohl nur 18 KM von Varna entfernt etwa eine Stunde mit dem Bus. Der Weg zur Bushaltestelle für die Rückfahrt war etwas speziell, zuerst dank Google Maps 1 KM bergauf und die Haltestelle finden, was sich schwierig gestaltete. Die besteht aus einem Metallgestell mit übergestülptem Müllsack. Darauf soll man erstmal kommen. Als vorteilhaft erwies sich der vorherige Kauf eines Bustickets am Automaten, denn auf der Hinfahrt wurde kontrolliert. Für die Rückfahrt habe ich den Fahrschein am Terminal im Bus gekauft, das geht dann doch mit etwas Intuition und der Ahnung, was das bulgarische in etwa ungefähr bedeuten könnte.
In Varna habe ich das Restaurant "Happy", eine englische Kette, entdeckt. Die Speisekarte bietet kreative, außergewöhnliche Küche, das Lokal befindet sich in der Fußgängerzone. Dort werde ich heute wieder einkehren, dann habe ich alles Sehenswerte gesehen. Morgen gibt es einen kostenlosen geführten Stadtrundgang, ob ich den bei dem zu erwartenden Regen auf mich nehme, entscheide ich spontan. Unspontan war der Besuch des Aquariums. Ich wundere mich immer, was es doch für seltsame Kreaturen unter Wasser gibt, die sind dort zwar weniger vertreten, trotzdem ist es farbenfroh und abwechslungsreich.
23.10.
(Vor - ) Urteile revidiert, nette Stadt, abends toll beleuchtet. Das Appartement ist mit allem, was man braucht hochmodern ausgestattet, von Kaffeekapseln bis zu Ohrreinigern. Es ist nicht unbedingt von Nachteil, dass es im Souterrain gelegen ist, dadurch bin ich bei geöffnetem Fenster stets über die aktuelle Schuhmode der Vorbeilaufenden in Varna auf dem Laufenden.
Besichtigung von russischem Militärschrott (nennt sich Naval Museum), die interessanten Sachen über die Schifffahrt befinden sich im Innern des Gebäudes, sehr aufschlussreich. Strand hat es auch ganz schön und viele Parks in der Stadt, die ich völlig falsch eingeschätzt habe.
22.10.
Gestern späte Ankunft, inzwischen bezeichne ich Wizzair als Deutsche Bahn der Lüfte, weil kaum ein Flug pünktlich ankommt, in diesem Fall 1 Stunde Verspätung. Nicht so tragisch, das war dann eben 19 Uhr statt 18 Uhr Ortszeit. Das Wetter ist gut, für diesen Besuch habe ich mir einiges vorgenommen, Museen und einen Tag am Goldstrand. Der Kauf des Bustickets vom Flughafen geht prima per App, wenn man bulgarisch kann, an dem Terminal im Bus habe ich mich gar nicht erst versucht und zum zweiten Mal Kleinkriminalität durch Unterschlagen von jeweils 0.51 Euro begangen. Scheint ohnehin niemanden zu interessieren. Die Preise sind bereits überall auch in Euro angegeben.
Belgrad 04.10. - 07.10.2025
Zuerst wollte ich die Reise nicht antreten, weil hier zur Zeit typisches Hamburger Wetter herrscht. Was macht man, wenn es am Heimatort regnet? Man sitzt oder liegt zu Hause. Da man eine Reise unternommen hat, will man die Stadt erkunden und der zweitweise Regen ist egal.
Für Montag ist der Besuch des Tesla - Museums und der Festung geplant. Schade, dass ich die nachts unglaublich toll beleuchtete Skyline der neuen modernen Gebäude nicht fotografieren kann, aber das ist zu weit und abends bin ich nach 10 - 12 Stunden Unternehmungen meistens kaputt.
Belgrad ist eine faszinierende, moderne und traditionsbewusste Stadt mit aufgeschlossenen Menschen. Ich bin jedenfalls froh, dass ich nicht storniert habe. Öffentlicher Nahverkehr ist kostenlos, selbst vom Flughafen.
Nach 2 kompletten Tagen voller neuer Eindrücke und nur positiven Begegnungen mit vielen freundlichen Menschen ist für mich klar, dass ich wiederkomme. Die Stadt ist übersichtlich, die Orientierung ziemlich einfach, nur gebe ich beim nächsten Mal lieber etwas mehr Geld für die Flüge aus und komme zu einer Zeit, in der das Wetter besser ist. Das Wetter ist doch - egal wo man sich aufhält - ein wesentliches Element und Sonnenschein lässt jeden Ort in einem anderen Licht erscheinen. Zumindest hat es an Tag zwei nicht geregnet.
Als Test war der Kurztrip gelungen und eine echte Bereicherung. Das Tesla - Museum und einiges Anderes habe ich nicht geschafft, das ist dann beim nächsten Mal dran.
Noch ein Hinweis: Ich habe sicherheitshalber immer den Reisepass dabei, der bei der Einreise nicht benötigt wurde, bei der Ausreise wurde aber viermal der Ausweis kontrolliert und durch den Scanner vor der Sicherheitskontrolle kommt man nur mit einem biometrischen Reisepass. Sicherlich gibt es eine Möglichkeit, falls man den Pass nicht dabei hat, besser ist es aber, weil es Zeit und Nerven schont. Man möchte eben seine Gäste nicht so einfach wieder davonziehen lassen. Ich habe mir angewöhnt, stets beide samt Papierkopien, auf Smartphone, Tablet, USB - Stick und Cloud mitzuführen, triplesafe is besser als unsafe, denn wenn der Perso verloren geht, irgendwo vergessen oder gestohlen wird, kuckt man ziemlich dumm aus der Wäsche. Was innerhalb der EU wohl ein geringeres Problem ist, kann in Nicht - EU Ländern zu einem ernsthaften Hindernis werden.
Varna 28.09. - 02.10.2025
Um diese bulgarische Stadt von Beginn an kennenzulernen, bin ich außerhalb des Zentrums aus dem Bus gestiegen und ca. 4 KM marschiert. Was ich sah, hätte mich eher zur sofortigen Umkehr bewegt, kaputte Gehwege, hässliche Gebäude ohne jeden Charme. Glücklicherweise hatte ich die gebuchte Unterkunft storniert und ein anderes, sehr schönes Hotel in guter Lage gebucht. An Hotel 1 bin auf auf meinem Weg vorbeigekommen und stellte fest, dass die Entscheidung richtig war, da es in einer trostlosen Gegend lag. Die Umgebung des dann gebuchten Hotels wirkte im Dunkeln ebenfalls nicht sehr einladend, lag aber zentral und einmal um die Ecke sah es schon anders aus. Naja, Begeisterung sieht anders aus. An Tag 2 begann ich seltsamerweise, mich wohl zu fühlen, wenig Lärm und eine nette Fußgängerzone in Reichweite. Es ist manchmal eigenartig, an Orten wie beispielsweise Mykonos, ein zwar hübsches, aber armseliges, stürmisches Möchtegern - Ibiza, die als das Non plus Ultra gelten, habe ich mich gelangweilt und außer Nachtleben gibt es rein gar nichts Sehenswertes. Und plötzlich fühlt man sich in einer teilweise doch recht maroden Stadt pudelwohl. Es ist eben nicht alles Gold, was glänzt und umgekehrt. Am Tag der Abreise habe ich für die Woche vom 21.10. - 28.10. erneut gebucht, sicherlich trägt die Art der Unterkunft ihren Teil dazu bei, das ist dann ein Appartement, ebenfalls mit großem Flatscreen -TV, den ich mit dem Tablet verbinden kann und so problemlos meiner unproduktiven Tätigkeit nachgehen kann.
Die Mentalität der Einwohner ist etwas speziell, selbst viele junge Leute sprechen kein Englisch, dafür sind sie im positiven Sinne bescheiden, eher zurückhaltend und nicht sonderlich gesprächig, was vielleicht auch an meinen mangelhaften Bulgarisch - Kenntnissen liegt. Die Auster will noch geöffnet werden...Bermerkenswert: In Varna gibt es Menschen, die sich einfach unterhalten oder zusammen essen - und das ohne Smartphone auf dem Tisch, in der Hand oder im Blick. Kaum vorstellbar, aber ich habe derart prähistorische Exemplare nicht nur einmal selbst gesehen.
Abreise: Vorbildlicher Kinderspielplatz im Flughafen für Raucher.
Burgas - Sonnenstrand - Sofia - Athen 05.09. - 18.09.2025
Ankunft: Perfekt, der Bus vom Flughafen hält fast direkt vor der Unterkunft. Dann der Hammer: Bei Dunkelheit muss ich in der fremden Stadt fast 2 Kilometer mit Gepäck marschieren (Beschreibung: 400 Meter), um in einem Hotel die Schlüssel abzuholen. Die Übernahme der Taxikosten für den Rückweg wurde verweigert, die Eingangstür der Unterkunft war nicht beschildert und so habe ich über 2 Stunden verschwendet. Die Läden waren inzwischen geschlossen, eine Flasche Wasser stand nicht bereit und das Leitungswasser schmeckte schwerst nach Chlor. Empört schrieb ich dem Vermieter, dass ich für diese Zumutung 30 Euro Entschädigung fordere. Der reagierte nicht, aber als ich die Unterkunft verlassen hatte und ihm mitteilte, dass er für 30 Euro erfahren könne, wo die Schlüssel sind, wurde er ziemlich wütend, drohte mit der Polizei und zog die Erziehung durch meine Eltern in Zweifel. Zahlen wollte er also nicht, so habe ich ihn ein paar Stunden schmoren lassen, Hinweise gegeben wo die Schlüssel ungefähr sein könnten (ich hatte sie unter den Kühlschrank gelegt) und abgewartet bis ich der Ansicht war, es ihm mit einem verdorbenen Sonntag ausreichend heimgezahlt zu haben und am Abend mit einem fröhlichen "Fuck you" mitgeteilt, wo er die Schlüssel findet.
Burgas selbst ist gepflegt, nette Atmosphäre, ein voller Tag genügt, um alles gesehen zu haben. Mit dem Bus kann man nach Istanbul fahren, als internationales Drehkreuz gibt es von dort natürlich Flüge überall hin.
Nach eineinhalb Tagen dann auf zum Sonnenstrand.
Ein typischer Urlaubsort, der auch in Spanien sein könnte und nicht weit von Burgas entfernt ist. Der Strand ist so, wie man ihn sich vorstellt, das Nachtleben rege, aber alles in moderater Lautstärke. Ein Besuch der knapp 5 KM entfernt gelegenen historischen Altstadt von Nessebar, die auf einer Halbinsel liegt, lohnt allemal, auch wenn dort das volle Touri - Souvenir Programm geboten wird. Ansonsten gibt es nichts wirklich Interessantes, wer mal einfach nur abschalten möchte, bucht ein Hotel oder Appartement, dass nicht direkt im Zentrum (einen Ortskern in dem Sinne gibt es nicht) gelegen ist. Die Zugänge zum Strand sind dann jedoch mit Umwegen verbunden, da sie von Hotelanlagen verbaut sind. MIr hat es gefallen, das Hotel Smolian ( ca. 1.5 KM von "Zentrum" und Busbahnhof entfernt) ist eine Wohlfühloase und professionell geführt, das Frühstück ordentlich, andere Hotels sicherlich genauso gut.
Von Sonnenstrand ging es mit dem Bus nach Sofia, die Fahrt (Täglich um 13 Uhr) dauert wegen zweier Pausen etwa 6 Stunden und kostete 20 Euro. Eine gemütliche Fahrt ohne Hektik. Eine Stadt voller Sehenswürdigkeiten, von Kathedrale über Moschee bis Kaufland und Lidl. Sehr ausgedehnte Fußgängerzone, in der man die Passanten sprechen hört, eine der leisesten Großstädte überhaupt. Alles kann problemlos zu Fuß erwandert werden und Frühaufsteher haben am Abend die Sehenswürdigkeiten allesamt aufgesucht. Es gab sogar einen Büchermarkt, so etwas ist heutzutage eine Rarität. Überall gibt es ein großes Stück Pizza für ca. 1.50 €, aber auch viele einladende Restaurants aller Art sind in der Fußgängerzone vorhanden. Eine sympathische, angenehme Stadt. Die Verkehrsanbindung ist erstklassig, die Metro M4 fährt vom Flughafen direkt in die Innenstadt, kostet allerdings ca. 65 Cent.
Von dort bin ich nach Athen geflogen, dasselbe Schauspiel wie in Neapel, Menschenmassen, die sich auf engen Gehwegen drängen und deren schwer zu ertragender Lärm. Zum Glück gibt es einige ruhige Fußgängerstrassen. Überhaupt scheint sich durch die hohen Temperaturen im Sommer die Hauptreisezeit in den Früherbst zu verlagern. Drei Tage haben gereicht, aber ich komme wieder. Laut Auskunft ist der April der touristisch am wenigsten gefragte Monat, bis dann.
Bei den Menschenmassen am Abflugtag dachte ich, dass ich trotz frühem Eintreffen den Flug verpassen könnte. Weit gefehlt, die Abfertigung in Athen geht Ruckzuck, daran können sich die häufig harschen deutschen Sicherheits - Kleinkrämer ein Beispiel nehmen. Was nützt die hundertfünfzigprozentige Durchleuchtung in Hamburg, wenn es an anderen europäischen Flughäfen - nicht nur in Athen - eher lax gehandhabt wird?
Sibiu (Herrmannstadt) 18.08. - 20.08.2025
Hübsches Städtchen, besteht im wesentlichen aus einer Fußgängerstraße mit unglaublich vielen leckeren Eisständen, Restaurants sowie einigen Nebenstraßen, einem angenehmen Park und einer Unterstadt. Eine der besten Pizzen jemals habe ich dort in einem unscheinbaren, etwas versteckt gelegenen italienischen Restaurant gegessen. Für einen Kurztrip durchaus interessant und sehenswert, nicht nur wegen der Pizza und des Speiseeises.
Neapel 25.06. - 02.07.2025
Es ist eingetreten, was niemand jemals vermutet hätte: Overtourism in Neapel. Die Massen haben plötzlich die Stadt entdeckt. So voll habe ich Neapel, das trotz aller Hektik auch irgendwie beschaulich und authentisch wirkte (tut es natürlich immer noch) noch nie erlebt. Überall Amerikaner und Reisende aus aller Welt. Früher war die Stadt eher Durchreiche auf dem Weg nach Ischia, Capri, Positano, Amalfi und Sorrento. Dort ist es inzwischen so unverschämt teuer geworden, dass ich nur einen Tagesausflug in diese bezaubernde Stadt unternommen habe. Vor Jahren habe ich mich mehrmals eine Woche lang dort aufgehalten. Auch in Neapel sind die Preise für Unterkünfte stark angestiegen. Und Maradonna ist immer noch omnipräsent, der Voksheld der Napolitaner
Geplant und gebucht war die Weiterreise nach Palermo, das für mich eine der interessantesten Städt überhaupt ist. Nach einer Woche Neapel habe ich mich durch die Menschenmasen und ihren Lärm dermaßen gestresst gefühlt, dass ich Palermo ausgelassen habe. Dort hätte mich höchstwahrscheinlich dasselbe erwartet. Man kann in diese Städte nur noch zu den Zeiten reisen, wenn niemand dorthin möchte, außer man liebt das Bad in der Menge. Nur oben auf dem Castello, zu dem man von der Via Toledo (die Haupteinkaufsstraße) mit einer Zahnradbahn hochfahren kann, ist es ruhig und sogar etwas dörflich. Ein Ort zum Ausruhen. Wie man sieht, sind die Haltegriffe in der Zahnradbahn wohl nicht die Robustesten. Der Eingang ist unauffällig und liegt direkt gegenüber der Galeria Vittorio Emanuele I. Gefühlt trägt jede zweite relevante Strasse in Italien dessen oder den Namen des Königs Umberto.
Bukarest 15.06. - 18.06.2025
Eine Stadt, die mit viel Grün überrascht und deren schöne Altstadt glücklicherweise vom Abriss verschont geblieben ist. Wie man sieht, ist an vielen alten Gebäuden französischer Einfluss unverkennbar. Daneben die Konstruktionen aus der kommunistischen Ärä, die so hässlich aber nicht sind und vor allem der Palast des Herrn C., ein unglaubliches Gebilde, angeblich das schwerste der Welt, ist ziemlich beeindruckend, wenn man den ursprünglichen Zweck und die Diktatur ausblendet.
Bukarest ist die Stadt der Springbrungen, von denen es Unzählige von klein bis überdimsional gibt.
Als Unterkunft empfehle ich die Nähe des Piata Unirii und der Altstadt, beide liegen dicht beieinander, dort ist ein großer Carrefour - Supermarkt und man gelangt überall zu Fuß hin. Der Flughafenbus hält ungefähr 1 KM davor, fährt häufig und man kann natürlich auch woanders aussteigen / zusteigen. Die Wechselstuben sind korrekt, der Wechsekurs weicht nur marginal voneinander ab und wie überall gilt: Am Flughafen bekommt man am wenigsten für seine Euros. Kartenzahlung ist nirgendwo ein Problem.
Bustickets gibt es am Flughafe Otopeni nur in Automaten mit Kartenzahlung, in der Stadt selbst kann man Fahrscheine auch an Kiosken kaufen. Es gibt jeweils immer zwei Tickets. Steht man früh auf und vertrödelt nicht allzu viel Zeit, hat man in 2 vollen Tagen alles zumindest von außen gesehen, ein Besuch ist auf jeden Fall lohnenswert.
Gdynia / Zoppot 05.06. - 08.06.2025
Gdynia hat den "Charme" des alten Ostblocks, eine trostlose Häuseransammlung, von einer Schnellstraße zerschnitten ohne Sehenswürdigkeiten. Selbst das Hässliche ist besonders hässlich.
Zoppot ist ganz adrett aber nichts Besonderes, hatte ich vor Jahren von Danzig aus besucht. Das Geburtshaus von Klaus Kinski in Bahnhofsnähe ist inzwischen abgerissen, seinerzeit gab es dort eine Bar, in der man mit Einheimischen gern dem Wodka zusprach. Im Gegensatz zu Swinemünde keine wesentliche Verbesserung zu 2012, nur der Bahnhof ist neu. Danzig kannte ich und dachte "mal was Anderes". Gdynia ist in der Tat ziemlich anders, Highlights: 4 Kebap - Imbisse und ein McDonald`s im Bahnhof und dass ich für einen Euro auf die Bahnhofstoilette durfte, eigentlich nur für Zloty, hatte ich nicht. Überzeugungskunst mit zusammengepressten Beinen und ein Euro halfen.
Trogir (Kroatien) 02.06. - 05.06.2025
Fotos verschwinden manchmal, so die von Trogir. Aber wir haben ja unser Internet - Neuland, dort gibt es ausreichend Bilder zu sehen.
Die historische Altstadt liegt auf einer durch Brücken mit dem Festland verbundenen kleinen Insel und ist nicht weit von Split entfernt, das ich bei diesem Kurzbesuch ausgelassen habe.
Tolle Altstadt - Atmosphäre mit kleinem Hafen und einem einladenden Markt, das wars dann auch schon, mit dem Bus (geht auch per Boot) nach Split dauert es nicht lange, der alte Palast und der riesige Markt sind eine Klasse für sich.
Ibiza 14.05. - 21.05.2025
Nach langen Jahren wieder Ibiza. Aufgehalten habe ich mich 1 Woche in San Antonio mit Ausflug nach Santa Eularia und 2 Tage in Ibiza Stadt. Die Atmopshäre dort ist immer wieder angenehm, alles relaxt und ohne strikte Verbote. Ibiza Stadt ist einfach umwerfend, ob die Architektur, die Restaurants oder einfach nur das Flair. Besonders schön ist es nachts auf der Burg mit ihren vielen Bars und schicken Restaurants.
Den Ausflug zum Hippie - Markt Es Canar habe ich dieses Mal ausgelassen, wer ihn nicht kennt - ein Besuch lohnt immer. Auch die Bar Anita, in der früher die Hippies ihre Post abholten, gibt es noch.
Rhodos 02.05. - 11.05.2025
Rhodos ist kleiner als man vielleicht annimmt. Daher gibt es nicht allzu viele interessante Orte, vor allem die Altstadt von Rhodos Stadt, das malerische Lindos, das lebhafte Faliraki, das über eine Straße verfügt, die ich Little Vegas getauft habe. Näherer Beschreibung dessen bedarf es wohl nicht, der Ort bietet Trubel, hat auch ruhige Ecken mit Hotelanlagen außerhalb auf Hügeln, der Strand ist etwas arm. Sehr gute Einkaufsmöglichkeiten in den vielen kleinen Läden der Fußgängerzone. Zone? Hmm
Mein bevorzugter Aufenthaltsort ist Ialyssos, von der Alstadt abgesehen, in die sich nie ein Tourist verirrt, nicht sonderlich beeindruckend. Der Teil zum Meer hin ist Touristenhochburg vor allem für Briten, es hält sich aber alles in Grenzen und ich schätze deren kommunikative Art. Wenn ich morgens auf dem Balkon des Hotels Alea den Sonnenaufgang erlebe, ist es auch ein besonderes Erlebnis, warum, kann ich nicht sagen.
Von Rhodos Stadt kann man einen Tagesausflug nach Simi machen, buchen sollte man direkt am Hafen, es gibt Angebote, die bestehen aus einem kurzen Aufenethalt in Simi Stadt und Baden in einer Bucht. Dafür muss ich nicht auf eine andere Insel fahren. Ohnehin bin ich lieber unabhängig als einen Gruppenausflug zu mitzumachen, sofern es möglich ist.
Nicht weit von Ialyssos entfernt liegt der Musikclub Rock Island, dort treten exzellente Musiker auf, die Akkustik ist super und die britischen Gäste sorgen für Stimmung. Gehört zum Pflichtprogramm.
Kos 04.04. - 11.04.2025
Historisch interessant, aber nur Kos Stadt ist sehenswert, sonst gibt es nichts auf der Insel. Im April ziemlich kühl, windig und ohnehin alles viel zu teuer für das, was geboten wird. Lohnt wenn überhaupt für 2 Tage, Ausflug mit dem Schiff nach Bodrum dauert nicht lange, aber dort ist es zu der Zeit auch nicht wärmer. Ab 18 Uhr fährt kein Bus mehr vom Flughafen, also Taxi oder in meinem Fall Mietwagen für zwei Tage, da ich annahm, die Insel sei sehenswert. Taxi wäre besser gewesen, da ich extra zum Flughafen musste, um den Mietwagen zurückzugeben und dann mit dem Bus zurück nach Kos Stadt. Gebucht, weil es die Flüge zum Discount - Preis gab. Nach der Reise war mir klar, warum.
Teneriffa 21.01. - 28.01.2025
Taj, mit den Stränden hats Puerto Cruz im Norden der Insel nicht so sehr, dafür gibt es historische, authentische Häuser mit den tollen Holzbalkons und einen echten Ortsmittelpunkt, die Plaza del Charco und die lange Promenade, wo sich das Leben abspielt, auch Live Musik und Tanz bis in die Puppen. Ich bin jedenfalls nicht bereit, als Alleinreisendener 120 - 150 Euro für eine Übernachtung in Los Christianos und dem supergepflegten Playa de las Americas zu bezahlen. So teuer ist es bei knappem Angebot geworden, während man in Puerto für etwas über 40 Euro ein ansprechendes Appartment bekommen kann. Da es im Norden häufiger regnet, ist der Süden begehrter. Nun kann ich ausrechnen, wieviel mir jede Sonnenstunde ( die es in Puerto auch gibt) wert ist. Zudem ist der Süden landschaftlich eher karg, während der Norden eine reiche Vegatation hat und der Nationalpark mit dem Teide gleichermaßen zu erreichen ist. Ich mag Los Christianos außerordentlich, war früher häufig dort, aber irgendwann sagt das Budget: "No!"
Du wolle deutsch: Dann ist der auf einem Hügel gelegene Ortszeit La Paz geeignet, der ziemlich fest in deutscher Hand ist, regelmäßige "Bild" - Leser sind angetan. Dort gibt es auch die berühmte Agatha Christie - Treppe.
Puerto hat dafür andere Vorzüge wie den bekannten Loro - Park, den Botanischen Garten und den gefürchteten Nordflughafen Los Rodeos, von dort 30 Minuten mit dem Bus. Die meisten Flüge starten und landen am TFS, dem Südflughafen, von dem es 90 Minuten in den Norden dauert. Dazu muss man wissen, dass der Shuttlebus nur viermal täglich fährt und man unter Umständen lange auf die nächste Abfahrt warten muss: Alternativen: Entweder ein Flug über Barcelona (schöne Raucherterasse) und Landung am Nordflughafen oder man steigt in den Bus nach Santa Cruz und dort um. Die Taktfrequenz ist hoch, dafür etwas teurer.
Ich habe dreimal im Hotel Tropcial direkt an der Plaza gewohnt, in einem Studio mit Riesenbalkon und kompletter Küche. Nichts für empfindliche Ohren, hat man ein Zimmer direkt zum Platz, darf man der nächtlichen Beschallung andächtig lauschen. Internet in einigen Appartements schwach.
Auf jeden Fall sollte man sich die imposante Eingangshalle des Hotel Metropols und die des daneben liegenden Hotels nicht entgehen lassen. Das Gebäude des Metropol wurde 1788 erbaut und ist seit etwa 120 Jahren Hotel.
Für die Fahrt zum Nationalpark und dem Teide nimmt man am besten einen Mietwagen, so ist man unabhängig und kann nach Los Christianos, Playa de las Americas oder Adeje weiterfahren. Auch Los Gigantes (allein der Name!) ist einen Besuch wert. Den Rückweg würde ich nicht noch einmal über die Nordroute fahren, dort ist nur das erste Stück Autobahn und danach es geht auf und ab um Berge herum. Das dauert und dauert, mein permanent besserwisserischer Reisebegleiter ohne jeglich Ahnung durfte dies nach einigen anderen Vorfällen, bei denen er sich nicht wie ein Gast verhielt (ich hatte ihn eingeladen) mit vorzeitiger Abreise am nächsten Tag bezahlen. Das war mir 50 Euro Umbuchkosten für seinen Flug wert und ich konnte wieder atmen. Der Vorgang war in 15 Minuten erledigt, Rauswurf innerhalb von 10 MInuten und auf nimmerwiedersehen. So kann ich auch sein, wenn mir jemand penetrant auf die Nerven geht und ständig Behauptungen erhebt, die sich in der Regel als fasch herausstellen, grundsätzlich aber immer Recht hat.
Die restliche Zeit war bis auf gelegentlichen Regen schön. Es war die dritte Reise nach Puerto seit November, damit erstmal gut, ich kenne dort inzwischen wirklich alles. Immerhin habe dann ich im Bus nach Santa Cruz Valentin kennengelernt, der ein guter Bekannter geworden ist. Valentin kommt aus Ostberlin, lebt in Oslo, hat ein Haus in Los Realejos geerbt und sieht David Bowie nicht unähnlich. Selbst falls wir uns nicht wiedersehen sollten, der rege Telefon - und Whatsapp Kontakt wird nicht abreißen.
Agadir 06.01. - 13.01.2025
Nach Agadir bin ich nur geflogen, weil es von Teneriffa aus 15 Euro kostete. Eigentlich wollte ich nach einer furchtbaren Marrakesh - Reise nie wieder nach Marokko, dort hat einfach alles genervt, der Gestank, der Lärm, die unverschämten jungen Flegel auf ihren Mopeds, die in einem Höllentempo durch die engen Gassen der Medina schossen, dass man zur Seite springen musste. Das Gewirr der Medina war undurchschaubar, so oft habe ich mich noch nie verlaufen, obwohl ich dieselben Wege mehrmals gegangen bin. Marrakesh soll aber nicht das Thema sein, nach Agadir bin ich mit geringen Erwartungen gereist und einen Aufenthalt gehabt, der sämtliche Vorurteile revidiert hat.
Die Einwohner sind superfreundlich, gesprächig, viele in deutsch und nennen sich teilweise Helmut aus Leipzig, Werner oder andere einprägsame deutsche Namen, sprechen Dich ohne Hintergedanken an und Bekanntschaften sind schnell geschlossen, auch Polizisten lächeln, wenn man sie dementsprechend ansieht.
Was ich gesehen habe, ließ mich staunen. Überall neue Straßen, neue Gebäude, zahllose Baukräne und ein kilometerlanger Strand, der locker mit den schönsten Stränden auf den Kanaren mithält, bei weitem aber nicht annähernd so voll ist. Dazu eine ebenso lange neue Promenade mit unzähligen Restaurants und einem Yachthafen, die an französische Städte erinnern. Die Gegend um den Yachthafen ist etwas exklusiver, ansonsten kann man für wenig Geld überall sehr gut essen oder spanische Brötchen von Bimbo im Supermarkt kaufen, wenns nur ums Vollstopfen geht.
Eine Stadt im totalen Wandel, wobei das authenthische wie der riesige Souk und Althergebrachtes neben dem Modernen bestehen. Ehrlich gesprochen ist beispielsweise Griechenland dagegen rückständig, der Boom erinnert an das Spanien der 80er und 90er Jahre und ist in vollem Gange.
Gerade diese Mischung macht den Zauber aus, der einen sofort erfasst. Die Fahrt vom Flughafen ist unkompliziert, kostet ca. 5 Euro, der Bus hält an den wichtigsten Hotelanlagen und anderen markanten Orten.
Ein Highlight war der Tagesausflug nach Taroudant, einer alten Festungsstadt und der wunderschönen Palmenoase Touit, die allein einen Besuch wert ist. Anschließend gab es ein einfaches, aber gutes Mittagessen in dem Gebäude links unter diesen Zeilen, bei dem man zwischen verschiedenen Gerichten wählen konnte. Das Ganze kostete 35 Euro, geht auch teurer, man muss halt vergleichen. Für mich ein unvergessliches Erlebnis mit einem deutschsprachigen, äußerst unterhaltsamen Führer.
Im Souk (praktisch die Markthalle) von Agadir kann man sich einen ganzen Tag lang aufhalten und ist überwältigt von der Vielfalt der Eindrücke. Natürlich gibt es wie überall kleine Schlitzohren, die einen freundlich zum Tee einladen, um dann aufdringlich ihre Waren oder Künste anzupreisen, das kennt man vielleicht aus der Türkei. Derartige Angebote ignoriert man besser und geht auf eigene Faust in Läden und Restaurants.
Unterkünfte gibt es von bis - ab 16 Euro für ein ganz schlichtes Hotel bis hin zu Luxusresorts, was dazwischen liegt, bewegt sich um 25 - 40 Euro pro Nacht (Tag sogar inbegriffen). Die Anlagen konzentrieren sich hauptsächlich in der Gegend um die Strandpromenade, so daß man dies als guten Anhaltspunkt für seine Wahl nehmen kann, denn die Entfernungen sind teilweise beträchtlich und manche Herbergen liegen etwas abseits. Ich war im Hotel Tagadirt, das ist nicht dreckig, wie der Name vielleicht vermuten lässt. Die Anlage ist ansprechend, Pool vorhandeln, die Zimmer einfach aber geräumig, mit Heizung, das Personal mehrsprachig und freundlich. Der Flughafenbus hält direkt um die Ecke und eine Handvoll Restaurants gleich gegenüber, im Hotel selbst auch mit einem kleinen Markt und einigen Läden.
Eine marokkanische Simcard kann man für 20 Euro am Flughafen beispielsweise von Orange kaufen, möchte man telefonieren, ist es ratsam, nach einer Karte zu fragen, die Telefonate beinhaltet, es geht aber auch ohne dem, dann bucht man die Option in einem Tabak - oder sonstigem Laden problemlos hinzu.
Geld wechselt man nicht am ersten Schalter nach der Ankunft sondern in der Nähe des Ausgangs, dort bekommt man einen erheblich besseren Wechselkurs.
Schier unerschöpflich ist die Auswahl an Ölen und Heilkräutern, man bevorzugt natürliche Heilmittel, die angeblich alle Problem beseitigen. Alle sicherlich nicht, aber mit dem preiswerten Kaktusöl habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht.
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